Wie fällt die Klimabilanz von Elektroautos aus, wenn neben dem Fahrbetrieb auch ihre Herstellung berücksichtigt wird? Ein aktuelles Factsheet der NOW GmbH betrachtet die CO₂-Emissionen batterieelektrischer Pkw über den gesamten Lebenszyklus. Dazu zählen die Rohstoffgewinnung, die Fahrzeug- und Batterieproduktion, die Nutzung sowie das Recycling und die Entsorgung.
Bei der Herstellung eines Elektroautos entstehen zunächst mehr CO₂-Emissionen als bei einem vergleichbaren Benziner. Durch den emissionsärmeren Fahrbetrieb wird dieser anfängliche Unterschied im Laufe der Nutzung ausgeglichen.
Nach Berechnungen der NOW liegen die kumulierten CO₂-Emissionen eines im Jahr 2024 produzierten batterieelektrischen Pkw im betrachteten Realszenario nach rund 3,5 Jahren beziehungsweise 44.000 Kilometern unter denen des verglichenen Benziners.
Für dieses Szenario legt die NOW unter anderem eine Batteriekapazität von 82 kWh, eine Batterieproduktion in China, einen Verbrauch von 19,75 kWh je 100 Kilometer und den deutschen Strommix zugrunde. Der verglichene Benziner fährt mit E10 und verbraucht 7,9 Liter je 100 Kilometer. Für beide Fahrzeuge wird eine Fahrleistung von insgesamt 200.000 Kilometern angenommen.
Unter günstigen Bedingungen bereits nach 28.500 Kilometern
Je nach Fahrzeug und Nutzung kann der Vergleichspunkt früher erreicht werden. Im Bestcase-Szenario betrachtet die NOW ein effizienteres Elektroauto mit einer kleineren, in Europa produzierten Batterie, das ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien geladen wird. Unter diesen Bedingungen weist das Elektroauto bereits nach weniger als 2,5 Jahren beziehungsweise 28.500 Kilometern geringere Emissionen auf als der Benziner.
Erneuerbarer Ladestrom als größter Hebel
Den größten Einfluss auf die Klimabilanz während der Nutzung hat die Herkunft des Ladestroms. Durch das Laden mit Strom aus erneuerbaren Energien können die Emissionen in der Nutzungsphase um bis zu 90 Prozent reduziert werden. Über den gesamten Lebenszyklus entspricht dies einer Einsparung von rund zehn Tonnen beziehungsweise 37 Prozent CO₂.
Auch der Produktionsort der Batterie spielt eine wichtige Rolle. Laut NOW verursacht die Batterieherstellung in Europa rund 30 Prozent weniger Emissionen als eine Produktion in China. Bezogen auf den gesamten Fahrzeuglebenszyklus entspricht dies einer Einsparung von etwa 1,3 Tonnen CO₂.
Batteriegröße und Fahrzeugklasse beeinflussen die Bilanz
Größere Batterien benötigen mehr Material und Energie in der Herstellung. Eine Batterie mit einer Kapazität von 50 kWh verursacht laut Factsheet rund 1,8 Tonnen weniger CO₂ als eine Batterie mit 80 kWh. Eine bedarfsgerechte Dimensionierung kann die Klimabilanz eines Elektrofahrzeugs daher deutlich verbessern.
Auch die Fahrzeugklasse ist relevant. Ein elektrischer Kleinwagen verursacht über seinen Lebenszyklus rund 24 Prozent beziehungsweise sieben Tonnen weniger CO₂ als ein Elektrofahrzeug der Oberklasse. Zusätzlich verbessert eine lange Nutzungsdauer die Bilanz, da sich die Emissionen aus der Herstellung auf eine größere Fahrleistung verteilen.
Beste CO₂-Bilanz unter den skalierbaren Antriebsarten
Das Factsheet kommt zu dem Ergebnis, dass batterieelektrische Pkw über den gesamten Lebenszyklus die beste CO₂-Bilanz der skalierbaren Antriebsarten aufweisen. Wie groß der Vorteil gegenüber einem Verbrenner ausfällt, hängt insbesondere vom verwendeten Ladestrom, der Herkunft und Größe der Batterie, der Fahrzeugklasse, dem tatsächlichen Energieverbrauch und der Nutzungsdauer ab.
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