Die AVG Köln hat an der Geestemünder Straße 23 in Köln-Niehl einen eigenen Schnellladepark für elektrische Lkw eröffnet. Die ersten drei firmeneigenen E-Lkw beziehen dort bereits ihren Strom. Sie transportieren Rostaschen von der Restmüllverbrennungsanlage in Köln zur rund 30 Kilometer entfernten Aufbereitungsanlage in Erftstadt-Liblar und ergänzen zunächst die bestehende Dieselflotte.
In den kommenden Jahren sollen insgesamt neun elektrische Nutzfahrzeuge auf der Strecke eingesetzt werden.
Zehn Ladepunkte mit bis zu 400 kW
Der neue Ladepark entstand auf einer Fläche von rund 3.000 Quadratmetern. Er umfasst neun Ladesäulen mit insgesamt zehn Ladepunkten. Sechs Ladesäulen verfügen über eine Ladeleistung von 160 kW, zwei Ladepunkte bieten 240 kW. Hinzu kommen zwei Hypercharger mit jeweils 400 kW. An diesen können die Fahrzeugbatterien nach Angaben der AVG Köln innerhalb von 30 bis 45 Minuten auf bis zu 80 Prozent geladen werden.
Die Ladepunkte stehen den Lkw der AVG-Gruppe sowie Kunden bei der Anlieferung zur Restmüllverbrennungsanlage zur Verfügung. Über Nacht dient das Areal zugleich als Stellplatz und Ladestandort für die Sattelzüge.
Energie aus der Restmüllverbrennungsanlage
Die Stromversorgung erfolgt über eine direkte Anbindung an das Kraftwerk der AVG Köln. Die gesamte für den Fahrbetrieb benötigte Strommenge stammt damit aus der Restmüllverbrennungsanlage.
Auch beim Bau des Ladeparks kamen Materialien aus der Kreislaufwirtschaft zum Einsatz. Rund 2.500 Tonnen gütegesicherte Recyclingbaustoffe aus der eigenen Rostaschenaufbereitung ersetzten Primärbaustoffe.
Bei den ersten drei Fahrzeugen handelt es sich um Mercedes-Benz eActros 400. Sie verfügen über zwei Batteriepakete mit einer installierten Gesamtkapazität von jeweils 414 kWh. Ein ab Werk integrierter mechanischer Nebenantrieb ermöglicht den Einsatz als Kippsattelzug.
2,6 Millionen Euro Investitionsvolumen
Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 2,6 Millionen Euro. Im Rahmen der „Richtlinie Elektromobilität“ wurde es mit 87.000 Euro durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert. Die Fördermaßnahme wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich umgesetzt.
Sobald neun E-Lkw die Rostaschetransporte übernehmen, erwartet die AVG Köln gegenüber dem bisherigen Einsatz von Diesel-Lkw eine jährliche Einsparung von rund 550 Tonnen CO₂. Zusätzlich entfallen im elektrischen Fahrbetrieb lokale Abgasemissionen. Auch die Lärmemissionen können reduziert werden.





