Am 26. und 27. Juni fand im Redaktionshaus des Berliner Tagesspiegel der 3. eMobility Summit statt. Führende Vertreter aus Politik und Wirtschaft zeichneten dabei ein detailliertes Bild der Elektromobilität in ihrer Entwicklung bis heute und gaben so fundierte wie auch realistische Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung dieser Technologie ab.
Bundesverkehrsminister Ramsauer betonte in seiner Keynote: "Ja, wir stehen vor großen Herausforderungen. Das muss unser Anreiz sein." Man habe von den Realitäten gelernt. Es sei eine "Stimmung der Realitätsbezogenheit eingekehrt". "Es wäre falsch zu glauben, wir erreichen die eine Million mit rein batteriebetriebenen PKW", so Ramsauer. Vielmehr sei man auf dem Weg zur Praxis- und Alltagstauglichkeit." Ramsauer betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der 16 Elektromobil-Modelle deutscher Automobilhersteller, die im nächsten Jahr in die Massenproduktion gingen. Förderprämien erteilte er eine klare Absage: "Dafür ist im Haushalt kein Geld vorhanden. Das Elektromobil muss von sich aus attraktiv sein."
"Eine Million Fahrzeuge - wir rücken von dieser Zahl nicht ab." Darunter fielen jedoch neben rein elektrisch betriebenen PKW zudem alle Hybrid-Arten. "Ein elektrischer Antrieb und mindestens vier Räder" - diese Fahrzeuge seien gemeint, so der Bundesverkehrsminister.
Bundesumweltminister Peter Altmaier bezeichnete die Elektromobilität als "eine Riesenchance - vor Allem in der Stadt". "Elektromobilität ist eine Chance nicht nur für Flotten sondern auch für Handwerker und den Mittelstand und sie kann zudem eine Chance für den Individualverkehr sein. Wir müssen dafür sorgen, dass Elektromobilität kein Nischenprodukt bleibt", so Altmaier.
Daimler-Chef Dieter Zetsche war der prominenteste Wirtschaftsvertreter vor Ort und resümierte realistisch: "Elektroautos müssen insgesamt überzeugen - und in einigen Bereichen tun sie das noch nicht so ganz. In der Stadt ist flexibles CarSharing eine gute Antwort. CarSharing ist vor Allem bei Männern beliebt - und das nicht nur, weil die dabei keine feste Bindung eingehen müssen. Die beste Werbung für ein Elektroauto ist eine Fahrt in einem Elektroauto." Praktisch sei ein Elektroauto aber nur dann, wenn man es problemlos laden könne, so Zetsche. Niemand könne erwarten, dass sich Elektromobilität von alleine durchsetze. "Politischer Wille ist noch kein Geschäftsmodell", so der Daimler-Chef.




