Ist Wasserstoff eine Option?

Ein Elektroauto kann auch mit Wasserstoff betrieben werden. Die elektrische Energie wird dabei während der Fahrt aus einer sogenannten "Brennstoffzelle" gewonnen. Hohe Reichweiten und schnelles Tanken machen die Technik vor allem für Langstreckenfahrer interessant.


 

 

Wasserstoff-Fahrzeuge – perfekt für die Langstrecke

Mit Brennstoffzellen-Fahrzeugen sind schon heute Reichweiten von bis zu 800 Kilometern möglich. Zudem ist der Tankvorgang in ähnlich kurzer Zeit wie beim normalen Benziner oder Diesel erledigt. Der gasförmige Wasserstoff wird dabei unter Hochdruck in Tanks gepresst, die sich unter den Sitzen befinden. Trotz des Drucks von bis zu 700 bar geht von den Tanks keine größere Gefahr aus als von Benzin- oder Dieseltanks.
Wasserstoff ist damit eine ideale Ergänzung der batterieelektrischen Mobilität.

© EA.NRW

 

 


 

 

Die Brennstoffzelle – Funktionsweise und Umweltaspekte

Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff (H2) aus dem Drucktank und Sauerstoff (O2) aus der Umgebungsluft in Strom, Wärme und Wasser um. Die Wärme kann wie beim Verbrenner für die Heizung genutzt werden. Der Strom wird in eine Batterie geladen aus welcher der Elektromotor seine Energie bezieht. Die Brennstoffzelle stößt vor Ort lediglich Wasserdampf aus, belastet die unmittelbare Umwelt damit nicht. Damit ein Brennstoffzellen-Fahrzeug komplett emissionsfrei fährt, muss der Wasserstoff aus regenerativ erzeugtem Strom hergestellt werden. → Mehr zur Funktionsweise.

 

 


 

 

Wasserstoff tanken – Tankstellennetz im Aufbau

Das → Tankstellennetz für Wasserstoff wächst kontinuierlich. In NRW sind aktuell 16 Tankstellen nutzbar, allein bis Ende 2019 kommen weitere vier hinzu. Damit ist NRW im Bundesvergleich gut aufgestellt: zwischen Bonn und Leverkusen sind fünf, zwischen Leverkusen und Ratingen vier, von Duisburg bis Unna sechs, entlang der Rheinschiene grob alle 50 Kilometer eine Tankstelle verfügbar. An den wichtigen Autobahnen verdichtet sich das Netz ebenfalls. Ende 2019 werden deutschlandweit 100 Tankstellen öffentlich zugänglich sein, 2025 bereits 400.

 

 


 

 

Hersteller von Wasserstoff-Fahrzeugen

Wasserstoffantriebe haben international gesehen durchaus einen hohen Stellenwert. So bieten etwa Toyota, Hyundai und Mercedes bereits serienmäßig wasserstoffbetriebene E-Fahrzeuge an. Andere deutsche Hersteller ziehen in Kürze nach. (→ zur Fahrzeugübersicht)

Zudem werden vermehrt Busse, Nutzfahrzeuge und sogar Schiffe mit Wasserstoff-Antrieben ausgerüstet.

 

 


 

 

Kosten & Förderprogramme

Die Fahrzeugkosten liegen aufgrund der geringen Stückzahlen heute noch über dem eines vergleich-baren Verbrenners. Die Materialkosten sind jedoch geringer als bei einem reinen Batterieauto, der Preis wird durch eine mögliche Massenproduktion also deutlich fallen.
Wasserstoff wird an öffentlichen Tankstellen derzeit mit einem Fixpreis von 9,50 € pro Kilogramm abgegeben. Als Faustformel für den Verbrauch gilt: Ein Kilogramm pro 100 Kilometer Fahrt. Die Verbrauchskosten sind damit mit Dieselfahrzeugen vergleichbar, die Wartungskosten sind aber deutlich geringer.

→ zu den Förderprogrammen

 

 


 

 

Fazit

Für die „normalen“ Privatnutzer ist ein Wasserstofffahrzeug aufgrund der noch hohen Anschaffungspreise und des noch überschaubaren Tankstellennetzes heute wohl noch keine wirtschaftliche Option. Für Autofahrerinnen und Autofahrer, die jedoch regelmäßig lange Strecken fahren und darauf Wert legen, umweltfreundlich unterwegs zu sein, kann Wasserstoff schon heute eine interessante Alternative sein.

 

 

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