Wo kommen die Rohstoffe her?

Immer wieder wird das Thema der Arbeitsbedingungen und Umwelteinflüsse bei der Rohstoffgewinnung als größte Herausforderung bei der Elektromobilität genannt.
Im Folgenden haben wir Informationen zusammen getragen, die das Thema etwas genauer betrachtet.


 

 

Rohstoffe für Lithium-Ionen-Batterien

Jeder Abbau von Rohstoffen hat einen Einfluss auf die Umwelt. Besonders dann, wenn bestehende technische Lösungen und Umweltschutzauflagen nicht konsequent beachtet werden. Dasselbe gilt für die Arbeitsbedingungen, die in den betroffenen Regionen teilweise nicht dem Stand entsprechen, der angemessen wäre.
Nichtsdestotrotz werden Probleme häufig auch überspitzt dargestellt oder nur auf die Elektromobilität bezogen. Beim Thema "Rohstoffe" geht es meistens um Lithium und Kobalt.

Autobatterie

 

 


 

 

Lithium

Lithium hat – trotz des Namens – nur einen geringen Anteil an einer Lithium-Ionen-Batterie. Für eine Kilowattstunde (kWh) Speicherkapazität werden nur ca. 150 g benötigt.
Das Lithium dafür wird entweder als Erz abgebaut (vorwiegend in Australien) oder als Sole in den Salzseen der Atacamawüste (Argentinien, Bolivien, Chile) gewonnen. Letztere ist in der Produktion sehr günstig, hat dafür aber einen hohen Wasserverbrauch sowie durch die Vermischung von Salz- und Süßwasser auch einen erheblichen Umwelteinfluss.

Dabei wird das lithiumhaltige (Salz)Wasser an die Oberfläche gepumpt und verdunstet dort. Für das Lithium aus einem großen 64-kWh-Akku werden mit diesem Verfahren ganze 3.840 Liter Wasser verdunstet; andererseits entspricht das demselben Wasserverbrauch wie bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, zehn Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans.

Als umweltfreundlichere Alternative gibt es auch schon Methoden bei denen das Lithium direkt aus dem Wasser gefiltert und das Restwasser zurück in den Untergrund gepumpt wird. So wird das problematische Absinken des Wasserspiegels verhindert, und die Trinkwasserreserven bleiben erhalten.

20082015 2019
wiederaufladbare Batterien20 %37,4 %56 %
Glas & Keramik37 %30,5 %23 %
Schmierfette11 %7,9 %6 %


Mehr als 50 % der Lithiumförderung endet heute in Batterien: vorwiegend jedoch für Laptops, Smartphones und batteriebetriebene Haushaltsartikel. Der Anteil der Batterien für Elektroautos wird in Zukunft jedoch stark steigen.

 

 


 

 

Kobalt

Kobalt verleiht Batterien die nötige thermische Stabilität und befindet sich daher ebenfalls in geringen Mengen (ca. 220 g pro kWh) in Lithium-Ionen-Batterien.
Gefördert wird der Rohstoff vor allem als Nebenprodukt beim Nickel- und Kupferabbau (35 % bzw. 55 %). Zwei Drittel der Kobalt-Vorkommen liegen in der politisch instabilen Demokratischen Republik Kongo. Hier findet der Abbau vorwiegend im industriellen Bergbau statt, allerdings auch zu 10 bis 20 % im meist illegalen Kleinbergbau unter unsicheren Bedingungen. Hier kommt es auch zu Kinderarbeit, wobei diese aber selten schwerere Arbeiten verrichten.
Weitere Infos hierzu finden sich in der → Analyse der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR).

Kobalt wird vor allem für wieder aufladbaren Batterien (46 %) genutzt: hier domiert der Kleingeräte-Bereich (Laptops, Tablets, Smartphones sowie Smartwatches; 35,5 %). Der Bereich Elektromobilität lag 2017 nur bei 8,2 %. Außerdem wird hier der Kobalt-Gehalt stetig verringert und das Kobalt durch → Recycling-Prozesse aus alten Batterien wiederverwertet.
Darüber hinaus wird Kobalt in Superlegierungen (16,5 %), Karbiden und Diamantwerkzeugen (8,5 %) und Magneten (5,1 %) verwendet. (Quelle: Deutsche Rohstoffagentur)

 

 

Responsible Sourcing Blockchain Network

Das Responsible Sourcing Blockchain Network (RSBN) ist eine Industrievereinigung "um eine nachhaltige verantwortungsvolle Beschaffung und Produktionsbedingungen von der Mine bis zur Markteinführung zu unterstützen." Vorwiegend geht es hierbei um den Abbau von Kobalt.
Teilnehmer des Netzwerks sind die Fiat Chrysler Automobiles (FCA), die Ford Motor Company, die Volkswagen Group, Volvo, LG Chem und Huayou Cobalt. Außerdem wird demnächst der weltweit größte Rohstoffhändler Glencore PLC beitreten.

 

 

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